Diagnose

Mit einer Auswahl an audiologischen Tests können Sie herausfinden, ob Baha® die beste Lösung für Ihren Patienten ist. Der Patient kann außerdem ein Testband tragen und Baha ausprobieren, bevor er sich für eine Implantation entscheidet.

Das Baha® funktioniert unabhängig vom Schweregrad der Schallleitungskomponente des Hörverlustes, da Außen- und Mittelohr umgangen werden. Der Knochenleitungs-Schwellenwert ist daher der aussagekräftigste Messwert bei der audiologischen Beurteilung. Verwenden Sie die Schallleitungskomponente und die Knochenleitungsschwelle als Leitwert für die Vorteile, die durch die Wahl von Baha anstelle eines LL-Hörgerätes zu erwarten sind. Ein Vergleich der Ergebnisse der funktionellen Verstärkung im Klangfeld — mit und ohne Soundprozessor — ist ebenfalls hilfreich.

Für Patienten mit einer Schallleitungskomponente von über 30 dB ist ein Baha gut geeignet.1-5 Bei kombinierter Schwerhörigkeit sollte die Innenohrkomponente maximal 65 dB betragen.

Vorgeschlagene audiologische Diagnosen für Erwachsene

  • Tonaudiometrie (Mittelwert der Hörschwelle bei 500, 1.000, 2.000 und 3.000 Hz)
  • Mittelwert der Hörschwelle bei 500, 1.000, 2.000 und 3.000 oder der PTA-Wert
  • Sprach-Audiometrie (zum Beispiel HINT/QuikSin Test, Test auf maximales Sprachverständnis)
  • Klangfeldtest* (Baha Soundprozessor an einem Testbügel oder Teststab, oder ein Baha Softband und Geräusche über Lautsprecher)
  • Klangfeldtest im Störgeräusch, mit und ohne Hilfe* (Baha Soundprozessor an einem Testbügel oder Teststab, oder ein Baha Softband und Lärm über Lautsprecher)

Klangfeldtest

Der Patient trägt den Soundprozessor an einem Testband / Baha Softband und prüft seine Hörverbesserung. Es wird empfohlen, dass ein stärkerer Soundprozessor für diesen Test verwendet wird, damit die unterstützten Schwellen auf einem Implantat besser reflektiert werden; denn die Haut schwächt das Signal des Baha um 10 bis 15 dB ab.

Patient mit SSD (einseitige Taubheit)

Für Patienten mit SSD (einseitiger Taubheit) empfehlen wir, dass sie den Vorteil in Situationen testen, in denen sie normalerweise Probleme haben. Der Patient soll einen Soundprozessor und ein Baha Softband oder Kopfband ausleihen, um auszuprobieren, welche Vorteile er damit im Alltag genießt. Dieser Test sollte mit einem leistungsstärkeren Soundprozessor durchgeführt werden, um die perkutane Anpassung auszugleichen.

Referenzen

  1. Hol MK, Snik AF, Mylanus EA, Cremers CW. Long-term results of bone-anchored hearing aid recipients who had previously used airconduction hearing aids. Archives of Otolaryngology-Head & Neck Surgery 2005;131(4):321-5.
  2. McDermott AL, Dutt SN, Reid AP, Proops DW. An intra-individual comparison of the previous conventional hearing aid with the boneanchored hearing aid: The Nijmegen group questionnaire. The Journal of Laryngology and Otology 2002(28):15-9.
  3. Mylanus EA, Snik AF, Cremers CW. Patients’ opinions of boneanchored vs conventional hearing aids. Archives of Otolaryngology-Head & Neck Surgery 1995;121(4):421-5.
  4. van der Pouw CT, Snik AF, Cremers CW. Intraindividual comparison of the bone-anchored hearing aid and air-conduction hearing aids. Archives of Otolaryngology-Head & Neck Surgery 1998;124(3):271-6.
  5. Flynn MC, Sadeghi A, Halvarsson G. Baha solutions for patients with severe mixed hearing loss. Cochlear Implants Int 2009;10 Suppl 1:43–7.