Beidseitige Versorgung

Der menschliche Organismus ist dafür geschaffen, Audiosignale aus der Umgebung über beide Ohren wahrzunehmen. Wir brauchen zwei Augen, um unser Umfeld in einem Gesamtbild sehen zu können. Ebenso brauchen wir beide Ohren, um ein „akustisches Gesamtbild“ hören zu können.

Deshalb hat sich ein neuer Standard bei der Versorgung mit Cochlea-Implantaten durchgesetzt. Durch diese Entwicklung wurde die allgemeine Einstellung zur Nutzung des Hörpotenzials grundlegend verändert. Dieser Prozess öffnet den Weg zu einem natürlicheren Hören, so dass Sie die Welt der Klänge und Geräusche, der Sprache und Musik in Ihrer Umgebung noch besser wahrnehmen können. Neuer Standard ist die beidseitige Versorgung mit je einem Cochlea-Implantat – der Schlüssel zum optimalen Hören.

Wie funktioniert das beidseitige Hören?

Der Unterschied zwischen ein- und beidseitigem Hören lässt sich am besten verstehen, wenn man nachvollzieht, wie das Gehirn Audiosignale natürlich verarbeitet. 

In der Kindheit entwickelt sich in Reaktion auf die über beide Ohren empfangenen akustischen Reize im Gehirn ein komplexes Nervennetz. Wenn Audiosignale den Hörenden von einer Seite erreichen, werden sie zuerst über das der Signalquelle zugewandte Ohr und danach über das andere wahrgenommen. Der Unterschied zwischen den von beiden Ohren jeweils wahrgenommenen Lautstärken ist häufig sehr gering. Dennoch ist unser Gehirn in der Lage, die Audiosignale miteinander zu vergleichen, so dass sich der Hörer auf sie konzentrieren und ihre Richtung feststellen kann.

Vergleich zwischen ein- und beidseitigem Hören

Einseitiges Hören
Wenn Audiosignale nur von einem Ohr empfangen werden, fehlen unserem Gehirn die zur Abstands- und Richtungsentscheidung notwendigen Signale des zweiten Ohres. Die Lokalisierung des Ursprungs der Audiosignale und die Konzentration auf eine einzelne Stimme in einer Menge wird dadurch erschwert.

Beidseitiges Hören
So wie wir zwei Augen zum dreidimensionalen Sehen benötigen, brauchen wir beide Ohren, um die Klangwelt in unserer Umgebung wahrnehmen zu können. Dadurch können wir eine „Landkarte“ der Audiosignale im Raum erstellen, leise oder weiter entfernte Sprachsignale aussondern und einzelne Stimmen von Hintergrundgeräuschen trennen.